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Karlex


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Sonntag, 20. Mai 2012

Der Karlex

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 Das Ende der SVT bei der DR

 

Ab Ende der siebziger Jahre blieben somit nur noch die SVT "Görlitz" im Einsatz. Doch sowohl deren Bestand, wie auch die Einsatzgebiete schrumpften zu dieser Zeit auch schon erheblich. Schon am 30. Oktober 1972 waren 175 004, 175 403 und 501 nach einem schweren Auffahrunfall bei Schweinsburg-Culten aus dem Betriebsbestand ausgeschieden. Am 5. Oktober 1978 verunfallte der vierteilige SVT 175 001/002 in Frauenhain und wurde daraufhin nicht wieder aufgebaut. Am 19.Oktober 1979 brannten dann 175 007 und 175 307 in Berlin-Karlshorst aus, so daß auch diese Wagen nicht mehr einzusetzen waren. Anfang der achtziger Jahre fehlten damit schon neun Fahrzeuge aus dem Bestand der SVT "Görlitz" Inzwischen hatten sich die Befürworter lokbespannte Zügen durchsetzten können. Bereits zum Sommerfahrplan 1978 wurde der Triebwagenverkehr nach Leipzig eingestellt. Am 25./26. Mai 1979 fuhr dann letztmalig ein SVT als Ex 71/70 nach Wien und zurück. Damit blieben nur noch die Leistungen "Karlex" und "Karola" für die SVT. Im Jahre 1981 wurde auf Grund des Verkehrsabkommens zwischen der DDR und der BRD mit der Modernisierung des Bahnbetriebswagenwerkes Berlin-Rummelsburg (Bww Rga) begonnen. Die Anlagen des benachbarten Triebwagen-Bahnbetriebswerkes Berlin-Karlshorst standen einer Erweiterung des Bww im Wege. Deshalb wurde beschlossen,

 

 

 

 

das Triebwagen-Bahnbetriebswerk zum 31. März 1981 aufzulassen. Bis zum 30. Mai 1981 konnten die Anlagen noch genutzt werden, dann sollte die Betankung und Wartung endgültig in die Einsatzstelle Rummelsburg des Bahnbetriebswerkes Berlin Ostbahnhof verlegt werden. Dort waren aber noch einige Umbauten erforderlich. Unter anderem war eine Drehscheibe zu beseitigen, um Platz für entsprechend lange Abstellgleise zu schaffen. Eines dieser Gleise war mit einer 40 m langen Arbeitsgrube zu versehen. Außerdem wurde ein Bockkran über diesem Gleis errichtet. Aber auch diese Anlagen stellten nur ein Provisorium dar. Auf der kurzen Arbeitsgrube mußten die SVT mehrmals verfahren werden, wobei andere Gleise in der Einsatzstelle zeitweilig blockiert wurden. Außerdem behinderten die langen Wege von dem Wartungsgleis zur Werkstatt und zum Lager die Arbeiten. Zur ordnungsgemäßen Vorbereitung einer fünfteiligen Einheit wurde deshalb für 6 Stunden ein Hallengleis mit Arbeitsgrube im Bww Rga benötigt. Da weiterhin die Bauarbeiten in Rummelsburg die Arbeit an den SVT stark behinderten, mußte die technische Untersuchung der SVT ab 1. Juli 1981 für einige Zeit in Leipzig-Engelsdorf ausgeführt werden. Aber auch dieser Zustand hielt nur bis zum Ende des Sommerfahrplanes an. Am 26. September 1981 wurde auch der "Karlex" in einen lokbespannten Zug umgewandelt und damit der planmäßigeTriebwagenverkehr bei der DR (vorläufig) eingestellt.

Damit ging die Ära der besonders beliebten Züge bei der DR zu Ende. Die DR erhielt damals etliche Eingaben, die die Wiederaufnahme desTriebwagenbetriebes forderten. Man wollte nicht einfach befördert werden, sondern Reisen. Das Ambiente der Schnelltriebwagen - die mit Läufern ausgelegten Gänge und Abteile, die täglich frischen Bezüge der Kopflehnen, die Laufruhe und das ganze drum herum konnten die normalen Züge nicht mehr bieten. Die Eisenbahn hatte somit wieder etwas von ihrem besonderen Flair verloren. Die Triebwagen wurden dann im Bereich des Güterbahnhofes Berlin-Rummelsburg und auf den Gleisen des ehemaligen Kohlebansens des Bw Rummelsburg den Winter über abgestellt. Ab Mai 1982 kam ein Teil der Züge jeweils im Sommerfahrplan auf der Relation Berlin - Bautzen zum Einsatz. Auftretende Schäden führten nun sofort zur Aussonderungen der Fahrzeuge. Aber auch der Zustand der als Reserve abgestellten Züge war inzwischen durch sinnlose Zerstörungen schlechter geworden. Im Sommer 1985 standen nur noch die Züge 175 014/019, 175 011/012 und 175 015/016 zur Verfügung, die auch im Sonderverkehr liefen. Nach Bautzen wurde in diesem Sommer zum letzten Mal mit SVT "Görlitz" gefahren. Es war zwar im Winterfahrplan noch verzeichnet worden, daß die Züge ab 28. April 1986 wieder fahren würden, aber da der Aufwand für die Erhaltung der Züge zu hoch war. kam es nicht mehr zu diesem Einsatz. Im Sommer 1984 wurde nochmals versucht. für die SVT ein geeignetes Betätigungsfeld und eine vernünftige Unterbringungsmöglichkeit zu finden. Eine Expertengruppe sollte prüfen, ob der Einsatz der SVT im internationalen Verkehr zwischen Berlin-West und Hannover möglich wäre. Doch dazu wären für die Unterhaltung der Züge recht lange, überdachte Gleise mit einer Untersuchungsgrube nötig gewesen. Die zuerst angedachte Nutzung von zwei Gleisen in der Halle des Bww Berlin-Rummelsburg wurde aus Kapazitätsgründen abgelehnt. Die S-Bahn-Hallen in Erkner, Friedrichsfelde und Grünau waren wegen der großen Achslast der SVT ungeeignet. Die Werkhallen in Tempelhof und Grunewald wurden als bedingt geeignet angesehen, jedoch fehlten dort die Fachkräfte für die Instandhaltung der SVT. Weitere Probleme bereitete der schlechte Allgemeinzustand der Triebwagen. Kapazitäten zur Verbesserung waren jedoch im Raw Wittenberge nicht vorhanden. So wanderte auch dieser Vorschlag wieder in der Schublade. Ab Herbst 1985 wurden nur noch Sonderfahrten durchgeführt. Der vierteilige SVT 175 005/006 wurde als rollender Jugendklub einer anderen Bestimmung zugeführt. Zur Minderung desm Erhaltungsaufwandes bei den noch einsatzfähigen SVT wurde 1986 dem Ausbau der Magnetschienenbremse und der Indusi zugestimmt und die Höchstgeschwindigkeit der SVT auf 120 km/h begrenzt.

 

 

Autor: Wolfgang Dath

 

Berichte

betriebsfähige/nichtbetriebsfähige Aufarbeitung
Andy 26.2.2012 16:42
5 Jahre Berlin Hauptbahnhof...
Karlex 30.6.2011 8:19

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